Projekt „Schwangerschaft und Flucht“

im Mai 2016 startete an 30 Standorten, davon 6 in NRW, das bundesweit angelegte Projekt „Schwangerschaft und Flucht“ vom Bundesverband donum vitae e.V. und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Unsere Beratungsstelle nimmt an diesem Projekt teil, denn auch hier ist die Zahl der ratsuchenden Frauen mit Fluchthintergrund im Jahr 2015 um ca. 35 % gestiegen.
Seit dem 1.9.2016 berät Tatjana Soliman ausschließlich schwangere Frauen und ihre Familien, die als Flüchtlinge oder Asylsuchende im Kreis Mettmann leben.
Wenn es im Jahr 2014 noch eher in der Mehrzahl allein reisende Männer waren, die geflohen sind, so steigt die Zahl der Frauen und Kinder, die sich auf den Weg nach Europa machen, um hier Schutz vor Krieg, Folter, Verfolgung und sexueller Ausbeutung zu finden. In dieser besonderen Situation brauchen die Frauen und ihre Familien spezielle Unterstützungsangebote, die darauf abzielen, umfassend zu allen Fragen rund um die Schwangerschaft zu informieren und auf Wunsch oder bei Bedarf eine vertrauensvolle psychosoziale Beratung zu gewähren.
Wir übernehmen hier eine wichtige Weichenstellungs- und Vermittlungsfunktion, um die Frauen und Familien durch die oft schwierige Phase von Schwangerschaft, Geburt und Kleinkindalter zu begleiten und sie gegebenenfalls in weiterführende Unterstützungssysteme zu vermitteln.
Das Projekt "Schwangerschaft und Flucht", welches zunächst einmal für drei Jahre angelegt ist, stellt somit geflohenen Frauen mit ihrer spezifischen Situation eine aufsuchende, niederschwellige Beratungsmöglichkeit zu allen Fragen bezüglich finanzieller Unterstützung, Geburtsmöglichkeiten, Gesundheitsangeboten und Konfliktschwangerschaften bereit. Das Projekt bietet Unterstützungsangebote für Frauen, die aus einem anderen Kultur- und Rechtssystem kommen. Dort haben Geschlechterrollen, Geschlechtsidentität und Einstellung zu Schwangerschaft, Partnerschaft und Familie einen anderen Stellenwert, als in Deutschland.

Die Beratung ist kostenlos und unabhängig von Nationalität, Konfession und Aufenthaltsstatus.